Was ist der Schützenverein
Wie in jedem andern Sportverein auch, gibt es beim Schießen den Leistungssport und den Breitensport. Natürlich möchte jeder Schütze und jede Schützin immer das Beste vor den Scheiben geben, aber auch wir wissen, nicht jeder Tag ist wie der andere. Für das Schießen benötigt man Konzentration und innere Ruhe. So wirkt sich ein stressiger Tag auf das Schießergebnis aus.
Natürlich geht es im Schützenverein um den Sport, aber auch die Geselligkeit. Das Miteinander darf nicht außer Acht gelassen werden. Miteinander Fachsimpeln oder sich über andere Dinge austauschen gehört genauso dazu, wie vor die Scheiben zu treten.
Neben den zahlreichen Pokalen, die Vereinsintern ausgeschossen werden, gibt es auch die Schießen auf Kreisebene. Neben den verschiedenen Pokalschießen und Rundenwettkämpfen, sowie dem Kreiskönigsschießen stehen hier natürlich auch die Kreismeisterschaften im Fokus. Diese dienen zur Qualifizierung für die Landesmeisterschaft in Hannover.
Bei den Rundenwettkämpfen wird in einer Gruppe mit 4 Mannschaften aus unterschiedlichen Vereinen geschossen. In einer vorgegebenen Zeit (z.B. November bis Februar) müssen 4 Durchgänge geschossen werden. Das bedeutet auch, dass wir nicht nur auf unserem Schießstand schießen, sondern 3 Durchgänge bei anderen Vereinen schießen. Die Rundwettkämpfe tragen dazu bei, dass man die anderen Schießstände kennen lernt und vor allem, dass das Miteinander unter den Vereinen aufgebaut und gepflegt wird. Natürlich bestehen bei diesen Wettkämpfen auch der Kampfgeist und das Streben nach Erfolg. Über den Kreisverband Holzminden werden anlässlich des An- bzw. Abschießen die besten Mannschaften in den jeweiligen Disziplinen geehrt.
Geschichte:
Bereits in der Steinzeit warfen die Menschen Steine und Speere. Im Laufe der Zeit trainierten unsere Vorfahren, um das Treffen zu üben und sich an anderen zu messen. Somit gilt der Schießsport als eine der ältesten Sportarten der Welt.
Aus der Antike gibt es Funde, die ebenfalls den Schießsport dokumentieren.
Fortwährend entwickelte sich das Schützenwesen weiter. Seine Hochzeit kam zu Zeiten der mittelalterlichen Städte. Die Städte mussten verteidigt werden und so gründeten sich die ersten Gilden, Vereine und Gesellschaften („die Schutten“).
Laut Deutschem Schützenbund ist die Aachener Karlsschützengilde die älteste deutsche Schützengesellschaft (zurückzuführen auf das Jahr 799, erstmals schriftlich erwähnt 1198).

UNESCO Kulturerbe
Im Dezember 2015 wurde das Schützenwesen in Deutschland in das immaterielle Kulturerbe Deutschlands aufgenommen. Zur Begründung hieß es, dass das Schützenwesen „[…] als Ausdruck lokal aktiver Kulturpraxis mit lebendiger Traditionspflege, die stark in örtliche Sozial- und Kulturmilieus eingebunden ist. Es gibt vielfältige Maßnahmen zu Weitergabe, unterschiedliche Formen der Jugendarbeit und eine aktive Pflege regionaler und europäischer Verbindungen. Auch die Verpflichtung gegenüber sozialem Engagement und ziviler Kultur im Umgang mit Waffentechnik und Waffengebrauch sowie der integrative Charakter wurden hervorgehoben.“
Weitere Infos unter:
Qualifikation
Über die Sportordnung des Deutschen Schützenbundes e.V. sind die Regeln für das Schießen festgelegt worden. Umrahmt wird der Schießsport vom Waffengesetz. Um im Schießstand Aufsicht zu machen, das heißt andere Schützen und Schützinnen während des Schießens zu beaufsichtigen, muss eine Fortbildung zur „Qualifizierten Aufsicht“ abgelegt worden sein. Diese Fortbildung wird mittlerweile zusammen mit dem Lehrgang „Waffen- und Sachkunde“ vermittelt. Der Lehrgang muss abgelegt werden (schriftliche Prüfung, die vom Landesverband abgenommen wird) um eine Waffenbesitzkarte zu erhalten. Eine weitere Qualifikation ist der „Schießsportleiter“.
Diese Qualifikation muss spätestens alle 3 Jahre erneuert werden.
Um mit Kinder- und Jugendlichen arbeiten zu dürfen, ist der Lehrgang „JuBaLi“ (Jugend-Basis-Lizenz) zu absolvieren.
Über den Landesverband existieren noch weitere Lehrgänge zum Beispiel für Trainierlizenzen.
Alle Lehrgänge haben eine Vorgabe von Schulungseinheiten und eine Abschlussprüfung. Im Schützenverein Bodenwerder haben derzeit 20 Personen den Lehrgang Waffen- und Sachkunde, 15 Personen den Schießsportleiter und 6 Personen die Jugendbasislizenz.
Als Verein tragen wir Verantwortung für unsere Mitmenschen und uns. Daher zeigen und lehren wir den verantwortungsvollen Umgang mit unserem Sportgerät.









